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Der Betreiber dieses Weblogs ist weder Literat noch Journalist noch Jurist, er ist auch kein Straftäter.
Er ist Absolvent einer angesehenen TU in einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplin und verficht insoweit einen etwas strengeren Wahrheitsbegriff als in der Justiz üblich.
Er verficht auch eine etwas strengere Moral als in der Justiz üblich, was aber nicht viel bedeutet. Für den Justizbetrieb scheint Moral eine Marginalie zu sein.
Von innen sah er diesen Betrieb – genau genommen einen Gerichtssaal – insgesamt nur an zwei Tagen während weniger Stunden.

Er war angeklagt wegen angeblicher Verleumdung zweier Mitarbeiter eines örtlichen Amtes – und musste freigesprochen werden. Sonst führte er keinen Prozess, nicht einmal zivil.
Warum also noch jetzt über Justiz und ihre Skandale schreiben?

Es ging – trotz Freispruch – wohl alles (Ur-) Vertrauen in die Justiz verloren. Geblieben ist blanke Verachtung.

Geblieben ist auch der Wunsch nach einem Rechtsstaat, der diesen Namen tatsächlich verdient.
Kaum ein Staat verdient heute diesen Namen, auch nicht der deutsche und Diktaturen schon gar nicht.
Die Justiz und die übergroße Mehrheit der in ihr Tätigen ließ sich am Ende der Weimarer Republik nahezu nahtlos überführen in die Dienste eines beispiellos kriminellen und mörderischen Regimes.

Auch die heutige Justiz und die große Mehrheit der in ihr Tätigen ließe sich überführen in die Dienste einer neuen Diktatur. Es gibt in ihr nicht weniger Opportunisten, Karrieristen, Charakter- und Skrupellose als 1933.
Der Apparat zieht entsprechende Charaktere an, braucht sie und befördert sie. Es gibt darin auch Anständige, so wie es 1933 noch Anständige in der Justiz gab. Doch sie riskieren, verformt und beschädigt zu werden, oder einfach aussortiert.

Frank Fahsel, ein früherer Richter am Landgericht Stuttgart, schrieb vor längerer Zeit in einem Lesebrief an die Süddeutsche Zeitung:

Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht “kriminell” nennen kann.
Ich … habe … ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind.
Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke (ich bin im Ruhestand), dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor ‘meinesgleichen’.

Auch wenn der  ‚Zusammenstoß‘ des Autors mit der deutschen Justiz nur singulär war, erscheint ihm Fahsels Diktum seither sehr plausibel.

 

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